So findest du Android Spiele ohne Werbung und ohne In-App-Käufe
Zwei Taps, und das Spiel liegt auf dem Handy. Was in diesen zwei Taps nicht vorkommt: wie das Spiel vorhat, an dir Geld zu verdienen. Ein Häkchen „ohne Werbung“ kennt die Suche im Play Store nicht. Sie kennt Bewertung, Auswahl der Redaktion, Play Pass und Neuheiten. Damit ist die Liste zu Ende.
Die Informationen gibt es trotzdem. Sie liegen nur an vier Stellen verteilt, und keine davon ist das Suchfeld im Play Store. Hier steht, wo du nachsiehst, und wie du eine Store-Seite liest, bevor du auf Installieren tippst. Stand September 2026: Store-Oberflächen verschieben sich, ein Screenshot von irgendwo anders ist höchstens ein Anhaltspunkt.
Der Play Store filtert nicht, die App Google Play Games schon
Google Play Games ist eine eigene App von Google, und sie hat genau die Filter, die der Store selbst nie bekommen hat. Öffne sie und scrolle auf dem Startbildschirm bis nach unten. Dort liegen Tags, die sich stapeln lassen:
- Keine Werbung
- Keine In-App-Käufe
- Kostenlos installieren
- Mindestbewertung: 4,2, 4,5 oder 4,7 Sterne
- Hochformat oder Querformat
- Genre, Play Pass, Cloud-Speicher
- Erfolge, Bestenlisten, Altersfreigaben für Familien
Setz „kostenlos installieren“, „keine Werbung“ und „keine In-App-Käufe“ zusammen, und du hast die Liste, die der Store dir nicht baut. Fehlen die Tags auf deinem Startbildschirm, dann such in der App zuerst irgendetwas. Sobald Treffer da sind, erscheinen die Filter darüber.
Eine Grenze gehört dazu. Diese Filter lesen dieselben Angaben zu Werbung und Käufen, die auch der Store ausspielt. Ein Spiel, das nichts einblendet und nichts verkauft, steht korrekt drin. Ein Spiel, das im Update von letzter Woche Werbung nachgeschoben hat, kann im Filter noch als sauber durchgehen.
Aurora Store filtert denselben Katalog
Aurora Store ist ein Open-Source-Client für Google Play, GPLv3, verteilt über F-Droid. Dieselben Apps, dieselben Server, andere Oberfläche. Über den Suchergebnissen sitzen Filter-Chips:
- Keine Werbung
- Nur kostenlos
- Ohne Google Mobile Services
- Mindestbewertung
- Mindestzahl an Installationen
Falls du das früher probiert und aufgegeben hast: Die Suchfilter waren in Version 4.7.2 verschwunden und sind in 4.8.0 im Januar 2026 zurückgekommen. Wer keine Chips sieht, hat eine alte Version installiert.
MiniReview legt Monetarisierung und Netzwerk in denselben Filter
MiniReview ist ein Katalog von Android-Spielen mit geschriebenen Reviews: mehr als 4.500 Spiele, mehr als 120 Filter. Läuft im Browser unter minireview.io/browse und als App.
Kombinieren lassen sich unter anderem:
- Monetarisierung: keine Werbung, keine In-App-Käufe, kostenlos, Kaufspiel, Testversion, Play Pass, Höchstpreis
- Netzwerk: online oder offline
- Spieler: Einzelspieler, Mehrspieler, Koop, PvP
- Kategorie und Unterkategorie, Bildschirmausrichtung
- Wertungen der Tester, darunter eine eigene Note für die Monetarisierung
Diese Note ist der Teil, den Google nicht liefern kann: Ein Mensch schreibt hin, wie hart ein Spiel drückt. Setz die Filter auf kostenlos, keine Werbung und keine In-App-Käufe: Von mehreren Tausend Einträgen bleiben ein paar Hundert übrig. Dieses Verhältnis ist die ehrliche Antwort auf die Frage, wie verbreitet Handyspiele ohne In-App-Käufe wirklich sind. Ein Haken bleibt: MiniReview selbst braucht eine Verbindung.
F-Droid und Listen, die Leute von Hand pflegen
F-Droid ist ein Repository für Open-Source-Apps. Spiele von dort haben selten Werbung, Käufe oder Tracking, denn der Quelltext liegt offen und daraus wird gebaut. Der erste Tipp ist fast immer derselbe: Simon Tatham's Puzzles, rund vierzig Logikrätsel, kostenlos, keine Werbung, offline spielbar. Genau so steht es auch auf der Play-Seite der App.
Dazu kommen handgepflegte Listen auf GitHub und Lemmy, auf denen Leute werbe- und kauffreie Spiele sammeln, die sie selbst gespielt haben. Solche Listen sind viel kürzer als jedes Suchergebnis und aus demselben Grund brauchbarer.
Die Store-Seite selbst lesen
Zwei Angaben auf einer Play-Seite tragen den größten Teil der Information:
- Enthält Werbung. Steht da oder steht nicht da, kein Wort zur Häufigkeit.
- In-App-Käufe, angegeben als Preisspanne pro Artikel.
Am meisten sagt die obere Zahl dieser Spanne. Wo der teuerste Posten ein oder zwei Euro kostet, wird ein Päckchen Tipps verkauft. Wo er bei knapp hundert Euro liegt, ist das Spiel um eine kleine Gruppe gebaut, die viel ausgibt, und das Design richtet sich nach dieser Gruppe. Ob du dazugehörst, spielt dabei keine Rolle.
Der Abschnitt „Datensicherheit“ ist die nächsten dreißig Sekunden wert. Ein Spiel, das keine Datenerfassung angibt, telefoniert beim Start eher nicht nach Hause. Eines, das Kennungen und Kontoinformationen aufführt, macht etwas mit einem Server. Das ist für Werbung genauso relevant wie für das Spielen ohne Netz.
Erst die Rezensionen mit einem Stern, dann die mit fünf
Filtere die Rezensionen auf einen Stern und such nach Wörtern, die sich wiederholen, nicht nach einzelner Wut:
- „nicht überspringbar“, „Werbung nach jedem Level“, „zwingt zum Zusehen“
- „Paywall“, „Pay to win“, „ohne Geld unmöglich“
- „Energie“, „Timer“, „warten“
Eine wütende Rezension ist Rauschen. Dieselbe Formulierung in den ersten zehn ist das Design. Sortiere zusätzlich nach den neuesten und nicht nur nach Sternen, denn Monetarisierung kommt per Update nach. Ein Spiel, das vor zwei Jahren sauber war, muss es heute nicht mehr sein, und die alten Fünf-Sterne-Rezensionen erzählen dir davon nichts.
Was keiner dieser Filter erwischt
„Keine Werbung“ und „keine In-App-Käufe“ beschreiben ein Bezahlmodell, nicht den Umgang mit dir. Ein Kaufspiel kann trotzdem um den täglichen Login herum gebaut sein. Ein kostenloses Spiel ohne Werbung kann deinen Fortschritt hinter einem Timer parken. Die Labels sind ein Filter, kein Urteil.
Umgekehrt gilt das genauso. Ein Spiel mit einem einzigen ehrlichen Kauf ist oft besser als ein kostenloses ohne, weil jemand Geld dafür bekommen hat, es fertig zu machen.
Wo wir stehen
Hopvera macht selbst Mobile Games, wir sind hier also nicht neutral. Wir bauen für Handys, die Leute schon in der Tasche haben, und rechnen dabei mit schwachem Netz und Mittelklasse-Hardware. Die Regel dahinter: Das Spiel muss sich lohnen, auch wenn du nie etwas bezahlst. Werbung, falls es welche gibt, ist gekennzeichnet und freiwillig. Die Grundregeln stehen nicht zum Verkauf.
Zwei verwandte Texte: wie du prüfst, ob ein Spiel wirklich ohne Netz läuft, und woran du ein Spiel für die kurze Pause erkennst. Wenn du etwas anders siehst, schreib uns.